Der letzte Schritt

Titel: Der letzte Schritt
Wort: (Nummer): Spiel (46)
Serie: Stargate Atlantis
Genre: Gen.,  vielleicht auch ein wenig Drama und Torture?
Charakter: John/?
Rating: G

Anmerkung: Meine erste 100er Story. Keine OC´s.

 * * * *

Schweigend saß John da.

Wie lange wusste er schon nicht mehr, er hatte das Zeitgefühl verloren.

Stunden über Stunden, saß er immer wieder auf dem Stuhl und wartete.

Wartete auf eine Regung seines Gegners, auf ein Entgegenkommen, auf ein Zeichen, dass dies alles bald vorbei sei, auf eine Möglichkeit, irgendwie entkommen zu können oder einfach  nur auf die endgültige Erlösung.

Gelegentlich war es ihm möglich gewesen, den Raum zu verlassen, an die frische Luft zu kommen, sich mit anderen zu unterhalten, aber diese Möglichkeiten waren nun stark eingegrenzt und sein Gegenüber ließ keinerlei Zweifel an seiner verzweifelten Lage zu.

John kannte ihn mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass er einen scharfen Verstand hatte, hohe Intelligenz besaß und ganz genau wusste, wie er dies wortgewand anwenden konnte.

Gelegentlich wurden ihm Fragen gestellt und John beantwortet sie oder schwieg.

Er wusste, dass sein Gegenspieler die Antworten bereits kannte oder sich seine eigenen Gedanken über die aktuellen Themen machen konnte.

Ein leises Knurren durchzog die Stille und signalisierte John, dass er schon seit längerem nichts mehr gegessen hatte. Doch weder er, noch sein Gegner, der es unter Garantie mitbekommen haben musste, ging darauf ein.

Doch es wurde höchste Zeit, dieser Situation zu entkommen, denn sein Magen zog sich schon beinahe schmerzhaft zusammen.  Auch Wasser hatte er schon seit einer gefühlten Ewigkeit keines mehr getrunken, so dass Durst und Flüssigkeitsmangel  an seiner Konzentration zu zehren  begann.

Die Ereignisse der letzten Tage forderten ebenso ihren Tribut.

Das ständige Training mit den Marines, seien es Schießübungen oder Nahkampftraining, oder die Übungen im Stockkampf mit Teyla und Ronon, die immer wieder ihre Überlegenheit zeigten und ihn mehr als einmal auf die Matte schickten, laugten ihn aus.

Zudem hatte sich eine zunächst harmlose Erkundungsmission, mit dem Ziel einen scheinbar unbewohnten Planeten zu erforschen, zu einem reinen Desaster entwickelt.

Sehr schnell entdeckte man dort ein kleines einheimisches Völkchen, dass anfangs sehr aufgeschlossen und überfreundlich dem Team begegnete, bevor eine unbedachte Äußerung sich zu einem Missverständnis, dann zu einer handfesten Auseinandersetzung, einer wilden Schießerei und einem schnellen Spurt zum Stargate entwickelte.

Nicht, dass so etwas nicht schon vorher passierte. In einer fremden Galaxie war sowas schon an der Tagesordnung.

Aber nun hatte John mit den Konsequenzen zu kämpfen.

Seine Glieder schmerzten, jede einzelne Bewegung sendete eine kurze und schwache, aber dennoch registrierbare Schmerzwelle aus und zudem hatte er das Gefühl, als seien sie schwer wie Blei.

Sein Hintern fühlte sich durch das lange Sitzen schon taub an, daher blieb ihm nichts anders übrig, als etwas auf seinem Stuhl hin und herzurücken, denn man würde nicht zulassen, dass er nun aufstehen und sich etwas die Beine vertreten könnte. Andererseits war John auch nicht bereit, Schwäche zu zeigen.

Es war dunkel geworden und John dachte darüber nach, den wievielten Abend er nun schon hier saß. Waren es drei, vier Tage oder war schon eine ganze Woche vergangen, ein ganzer Monat?

Immer wieder diese Treffen, immer wieder diese Herausforderungen, das Warten auf den nächsten Zug seines Gegners, eines Fehlers, den er zu seinen Gunsten nutzen konnte, die Erlösung und Befreiung durch seine Freunde und Kollegen.

Das alles und die Ungewissheit über die Zukunft  zerrte dermaßen an seinen Nerven…

Aber aufgeben?

Nein, niemals! Das käme für John nicht in Frage. Solange noch Hoffnung bestand aus dieser Situation doch noch irgendwie herauszukommen,  würde er nicht aufgeben. Er würde weiterkämpfen.

Bis zum Schluss.

Doch wie lange hielt er noch durch?

Allmählich glaubte er, seine Grenzen erreicht zu haben.

Nur eine winzige Möglichkeit, es musste doch irgendwie eine Chance geben, dem Ganzen hier ein Ende zu bereiten, sein Gegenüber dazu zu zwingen, einen Fehler zu machen.

John studierte, beobachtete, analysierte, dachte nach und dann…ja!

Ja, da war er! Nur einen Schritt musste John machen.

Vielleicht noch ein klein wenig Druck ausüben und das Ganze wäre schneller vorbei, als gedacht.

„Nun kommen Sie schon, McKay!  Wir sollten zusehen, dass wir langsam hier wegkommen. Außerdem habe ich Hunger, bin müde und will ins Bett.“

„Ja ja ja, jetzt hetzen Sie mich nicht so“, erwiderte der Wissenschaftler gereizt, aber dennoch sehr konzentriert.

John fragte sich, worüber er da noch großartig nachdachte, doch zu seiner Erleichterung sah er wie sein Plan aufging.

Mit einen riesigen, erleichtertem Grinsen zog John daraufhin seine Dame auf dem Brett einige Felder diagonal nach vorne und machte dem ganzen endlich ein Ende.

„Schachmatt!“

The End

 


 

Shahar Jones

Meine erste Fanfic schrieb ich über Stargate Atlantis.
Mittlerweile mixe ich meine Storys auch gerne mal mit anderen Fandoms, wie dem Sentinel. Aber im Großen und Ganzen hänge ich immer noch in der Pegasus-Galaxie rum. Allerdings liebe ich es auch, die Leute zu überraschen ;)

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